Umstrittener Führungswechsel bei France Télévisions
Sein Nachfolger Pflimlin war bereits Generaldirektor des TV-Senders France 3. Zuletzt organisierte der 56-Jährige die Rekapitalisierung des nationalen Pressevertriebs Presstalis. An der Ernennung des France-Télévisions-Chefs durch Sarkozy hatte es in der Vergangenheit heftige Kritik gegeben. In einem Manifest protestierten zuletzt 100 Persönlichkeiten aus Film, Fernsehen und Politik gegen das Vorgehen, das die Unabhängigkeit gefährde und einen nicht tolerierbaren Rückschritt darstelle. Darunter waren unter anderem die die früheren Premierminister Lionel Jospin und Dominique de Villepin sowie Ex-Kulturminister Jack Lang.
Auf Pflimlin kommen schwierige Aufgaben zu. Er muss die staatliche TV-Holding im Streit über das bereits beschlossene Werbeverbot positionieren. Zudem wird er auch über die Privatisierung der im Bereich Werbung tätigen Tochtergesellschaft France Télévisions Publicité entscheiden. Die Personalentscheidung «Pflimlin» muss noch vom Aufsichtsgremium CSA und den beiden Parlamentskammern bestätigt werden. «Wer wird es ernsthaft wagen, sich dem Willen des Präsidenten zu widersetzen?» heisst es dazu in dem Manifest mit dem Titel «Befreit den öffentlichen Rundfunk».
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