Schweizer Presse: Medienmarkt 2009 stabil
Die Studie zeigt die Gesamteinnahmen der schweizerischen Medienindustrie: Zum einen wurden die Ausgaben der Nutzer für Content, Access und Hardware für den Medienkonsum erhoben, zum anderen die Ergebnisse der Werbestatistik Schweiz berücksichtigt. Gemäss Erhebung gab ein Privathaushalt 2009 durchschnittlich 2‘918 Franken für den Medienkonsum aus. Im Vergleich zu den Vorjahren konnte das Niveau gehalten werden. Während im 2008 die Ausgaben für Internet-Downloads um rund 10 Prozent sanken, betrug der Zuwachs 2009 18 Prozent und nominal 235 Millionen Franken. Die Ausgaben für die gedruckte Presse gingen rund 1 Prozent auf 1,7 Milliarden Franken zurück. Inwieweit eine Umverlagerung von der gedruckten zur digitalen Presse erfolgt sei, habe in dieser Studie nicht analysiert werden können, so der Verband.
Empfindlich getroffen hat die Branche der Einbruch der Werbeeinnahmen um 15,1 Prozent auf 2,8 Milliarden Franken. Bis anhin hätten diese noch nicht durch die kommerzielle Kommunikation auf den digitalen Plattformen kompensiert werden können: Zum einen, weil dort die Tarife auf tiefem Niveau nochmals eingebrochen seien, zum anderen weil Werbeerträge direkt an die Anbieter von Suchmaschinen und andere Plattformen gingen.
Investitionen in Innovationen: Multimediale Angebote
Die Medienverantwortlichen, die sich in einer Umfrage des Verbandes Schweizer Presse zu den Medientrends äusserten, setzen auf die Entwicklung von digitalen Plattformen und einer Intensivierung der Kundenbeziehungen sowohl im Werbe-, wie auch im Nutzermarkt. Die Medienunternehmen sähen wieder optimistischer in die Zukunft. Die Verunsicherung durch die Krise weiche zunehmend dem Selbstbewusstsein, dass jede Art von technischen Trägermedien auf professionelle publizistische Inhalte angewiesen sei, heisst es weiter. Die Bereitschaft für Investitionen in Innovationen sei gross: Kostensparen sei nicht mehr die erste Priorität. Jetzt gehe es darum, die traditionellen Medienmarken mit Qualitätsinhalten in der digitalen Welt zu positionieren.
Im Grossen und Ganzen zeigte sich Hanspeter Lebrument, Präsident des Verbandes Schweizer Presse, am Mittwoch zufrieden mit dem Zustand der Branche. Sie habe im vergangenen Jahr entgegen allen Prognosen – insgesamt besser abgeschlossen als 2008. Die Sparte Presse habe zwar erstmals etwas stärker nachgegeben als in den vergangenen Jahren. «Wir haben schwierige Zeiten, aber von einer Krise zu sprechen, ist falsch», betonte Lebrument. Abgesehen von Gratiszeitungen sei 2009 kein einziger Titel verloren gegangen. So ruhig – abgesehen von einigen Eigentümerverschiebungen – sei es in der Presselandschaft schon lange nicht mehr gewesen.
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